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Brandneue CD von Vladyslav Sendecki

Gespeichert von maru am 17. Mai 2010 - 18:06

Audio: 

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Schloss  Elmau  ist  nicht  nur  ein  prächtiges Gebäude  inmitten  der  herrlichen Alpenidylle Oberbayerns.  Es  ist ebenfalls  ein  Aushängeschild  für  erstklassige Musik. Weltstars  wie  Brad Mehldau  oder Gidon  Kremer  kommen regelmäßig dorthin, um Kraft und Kreativität zu sammeln. Esbjörn Svensson nannte die Pianisten-Hochburg Elmau sein „favorite hideaway“. Die jüngste musikalische Sternstunde feierten Michael Wollny und Joachim Kühn („Live at Schloss Elmau“, ACT 9758-2) in einem Duokonzert, das zur CD des Jahres in Frankreich gekürt wurde (CHOC de l'anee 2009). 
 
Es  ist  genau  dieser  besondere  Ort,  den  sich  auch  Vladyslav  Sendecki  für  seine  Soloklavier-Einspielung ausgesucht hat. Denn für sein ACT-Debüt wollte Sendecki nicht in ein steriles Studio, sondern eine lebendige und persönliche Atmosphäre  zum Musizieren  spüren.  Ein Gastspiel  auf Schloss  Elmau  kam da  zur  rechten Zeit:  „Ich gehe auf die Bühne und spiele. Ich bin alles, was ich zu geben habe“, sagt Sendecki. Folgerichtig finden sich auf dem  Album  7  Livemitschnitte  seines  Konzerts  vom  28.  Januar  2010  wieder. Die  weiteren  3  Stücke  wurden  nur wenige Stunden zuvor, während einer zusätzlichen Aufnahmesession, eingespielt.
 

Auch wenn die New Yorker Village Voice Sendecki zu „einem der  fünf besten Jazzpianisten der Welt“ ausruft, vergingen Jahre der Identitätssuche und Standortbestimmung, bevor er als Künstler zu dem wurde, was er heute ist: 1955  im  polnischen Gorlice  geboren  lernte  Sendecki  zunächst  klassisches Klavier  ganz  in  der  großen  Tradition seines  Heimatlandes.  Erst  die  Platten  westlicher  Größen,  die  am  Frederic-Chopin-Konservatorium  und  an  der Musikakademie Krakau unter der Hand kursierten, brachten ihn zum Jazz. 1981 in die Schweiz emigriert, startete Sendecki  eine  internationale  Karriere,  die  ihn  auch  oft  in  die  USA  führte.  Er  spielte  unter  anderem  mit  Klaus Doldingers  Passport,  mit  Billy  Cobham,  Michael  und  Randy  Brecker,  mit  Bireli  Lagrene,  Jaco  Pastorius,  Joe Henderson, Lenny White und Charlie Mariano. Doch auch die Rolle als geschätzter „musicians musician“ konnte ihn auf Dauer nicht ausfüllen. Die Zweifel wuchsen, „Spielball der Dämonen“ zu sein, nur Erwartungen anderer zu erfüllen,  nicht  das  geben  zu  dürfen,  „was  ich  bin“.  Jahrelang  spielte  er  kaum  noch,  konzentrierte  sich  auf Konzeptionelles und Producer-Tätigkeiten, bis er  - nach Hamburg übergesiedelt - 1996 Pianist der  renommierten Solisten-Bigband des NDRs wurde. Seither hat sich Sendecki neu definiert. Schon sein Solo-Album „Piano“ (2008) belegte, was die Elmau-Aufnahme endgültig beweist: Mit Vladislav Sendecki hat ein unverwechselbarer Freigeist die Szene betreten, der die Grenzen zwischen Klassik und Jazz auflöst.
 
Das  demonstriert  zum  Beispiel  die  mit  „Evening  Psalm"  benannte  Hommage  an  den  großen  Geiger  und Landsmann  Zbigniew  Seifert,  bearbeitet  zu  dessen  30.  Todestag.  Mit  der  Leichtigkeit  des  klassischen Konzertpianisten  und  der  Inspiration  eines  großen  Jazzimprovisators  meistert  Sendecki  pianistische Höchstschwierigkeiten wie avantgardistische Herausforderungen. Die vor  langem verlassene Heimat übt hörbaren  Einfluss auf viele Stücke aus, nicht nur im seiner Frau gewidmeten polnischen Volkslied, das er in „Mein Mädchen“ übersetzt. „Ich stamme aus der Nähe der Karpaten. Die eigene Identität lässt sich nicht verleugnen.“ So hört man auf  „Sledge  Ride“  eine  winterliche  Schlittenfahrt,  im  „Karpaten-Blues“  die  schillernde  Chromatik der osteuropäischen  Musiktradition  oder  im,  auch  schon  von  Chopin  bearbeiteten  „Wiegenlied“,  die  bittersüße Färbung von Kindheitserinnerungen.
 
Fragt man ihn, was sich hinter dem Titel „Lily Of The Valley“ verbirgt, lacht Sendecki: „Es ist das Maiglöckchen, und das Stück hat mein Bruder, ein ganz wunderbarer romantischer Komponist, so komponiert, dass es seinen Duft zum Klingen bringt.“

 
In denkbar vielen Farben schimmert sein pianistisches Traumland
: Wo man für einen Moment an Grieg denkt, an Schumann oder gar  Liszt, dann wieder an  John McLaughlin oder an Bill Evans,  so wird man  schon  im nächsten Augenblick gewahr, dass es sich immer ganz und gar um Sendecki handelt. Was an Sendeckis Solo-Einspielung vor allem  fesselt, ist die grenzenlose Hingabe an den Moment, an die in ihm schlummernde Musik. Es ist die Freiheit des Individuums, die hier ganz harmonisch zur allgemeinen Form findet.

 
Die CD:
Solo Piano at Schloss Elmau – Vladyslav Sendecki – ACT 9485-2 – LC 07644
 
Besetzung:
Vladyslav Sendecki / Steinway Grand Piano
 
Titel:
01 Mein Mädchen (traditional) 6:53
02 Wiegenlied (traditional) 7:42
03 Lily Of The Valley (Stefan Sendecki) 4:59
04 A Kind Of Song 5:09
05 Karpaten Blues 4:32
06 Obertas 5:32
07 Blackbird (Lennon - McCartney) 5:50
08 Mutant 7:49
09 Sledge Ride 7:06
10 Evening Psalm (Zbigniew Seifert) 7:56
 
Total time: 64:03

 
Wenn nicht anders angegeben, wurde die Musik komponiert und arrangiert von Vladyslav Sendecki.
Aufgenommen auf Schloss Elmau (01 – 07 live) durch Adrian von Ripka, Januar 27. - 28. 2010
Mastering durch Adrian von Ripka im Februar 2010
Produziert von Siegfried Loch
 
Vertrieb:  
edel:kultur (DE / AT), Musikvertrieb (CH)  

THE ACT COMPANY http://www.actmusic.com  
 

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