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Brandneue CD von Ewelina Nowicka

Gespeichert von maru am 30. November 2011 - 10:49
26. November 2011 - 8:00

Audio: 

 
Ewelina Nowicka - die erste CD mit eigenen Kompositionen aus den Jahren 2000-2010

Ewelina Nowicka
Musik für Violine und Klavier

Spielzeit 76:08 Min.
Herausgegeben: Kreuzberg Records

Interpreten: Ewelina Nowicka (Violine), Pola Lazar (Klavier), Milena Antoniewicz (Klavier), Jennifer Hymer (Klavier), Katharina Polivaeva (Klavier), Michał Krężlewski (Klavier).

Komponistin: Ewelina Nowicka
http://ewelinanowicka.com/

http://www.kreuzberg-records.de/verlag/product_info.php?info=p174_Ewelin...

Tracklisting:

Obsession für Violine und Klavier
1. Praefatio - Allegro
2. Misterio
3. Finale
 
4. Atonali für Violine solo
 
5. Kaddish 1944 für Violine und Klavier
 
Concerto ebraico für Violine und Klavier
6. I. Sabbat
7. II. Katharsis
8. III. Purim
 
9. Conventus für Klavier solo
 
10. Saltatio mortis für Violine und Klavier
 
11. Strawinskana für Violine solo

Es ist keine leichte Aufgabe, einen jungen Komponisten zu klassifizieren und einer bestimmten musikalischen Kategorie zuzuordnen. Klare Epochen wie Barock, Klassik oder Romantik sind von gestern und gelten heute in dieser Form nicht mehr. Ein junger Komponist gestaltet heutzutage seinen musikalischen Werdegang individuell und persönlich. Sogar in den einzelnen Werken kann sich der Komponist sehr unterschiedlich ausdrücken. Das Wort "eklektisch" ist häufig der Schlüssel zu den Werken.

Was Ewelina Nowicka und die Werke auf dieser CD anbelangt, ist eines klar: Wir haben es hier mit einer Komponistin zu tun, die virtuos auf der Violine wie auch in der Komposition ist. Sie – und auch ihre Begleitung am Klavier – spielt leidenschaftlich und ihre Kompositionen sind sehr gefühlvoll.
Sie lässt den Zuhörer nicht nur ihr inneres Leben hören, sondern noch mehr fühlen. Einerseits orientiert sich ihre Inspiration dabei häufig an ihrer eigenen Familiengeschichte, die eng mit der jüdischen Kultur verflochten und schicksalsträchtig ist, andererseits an den Eigenheiten und Experimenten der zeitgenössischen Musik, die in nahezu allen ihren Werken wiederzufinden sind. Aber lassen Sie uns die Kompositionen etwas näher betrachten.

Obsession – das erste Violinkonzert in drei Teilen und die erste Komposition für Orchester aus dem Jahre 1999. Das Werk wurde ursprünglich für Violine, Xylophon und Kammerorchester geschrieben, die Transkription für Violine und Klavier stammt aus dem Jahr 2010. Der Aspekt des Rhythmus und die Interessen der Komponistin kommen schon in diesem Frühwerk gut zum Ausdruck und bilden den Keim für die weiteren Entwicklungen in den folgenden Kompositionen.

Atonali – für Solo-Violine wurde inspiriert von Schumanns Kinderszenen. Mit viel Intuition komponiert, hört man eine weit durchgeführte Verarbeitung des musikalischen Materials. Das Werk enthält viele alte und neu angelegte Spieltechniken, die dem Solisten große Anstrengungen abverlangen, aber ebenso seine Virtuosität auf dem Instrument demonstrieren.

Kaddish 1944 – In dieser Komposition schöpft die Komponistin ihre Inspiration aus einem Brief Ihrer Großtante aus dem Jahr 1948. Darin beschreibt sie ihr Leben im Ghetto Lodz und anschließend die Deportation im Viehwaggon nach Auschwitz, wo sie auf der Rampe von ihrer Mutter getrennt wurde. Am Anfang des Werkes erscheint eine Melodie, die man vergleichen könnte mit einer winzig kleinen, zerbrechlichen Pflanze. Die Melodie findet nicht ganz die Möglichkeit und Freiheit zu gedeihen, sondern verwandelt sich immer mehr und mehr durch motivische Verarbeitung, bis zum Ende des Werkes, wo sie noch einmal erscheint. So werden Eindrücke, Inspiration und musikalische Struktur der Komposition miteinander verknüpft.

Concerto Ebraico – Es handelt sich hier um das zweite Violinkonzert, das im Jahre 2008 beim Bremer Kompositionswettbewerb preisgekrönt wurde. Das Werk besteht aus drei Teilen mit den Titeln Sabbat, Katharsis und Purim. Viele musikalische Elemente kommen in dieser Komposition zusammen. Es ist ein energisches und lebendiges Werk mit lyrischen Zwiegesprächen zwischen Violine und Klavier, wobei man an die musikalische Inspiration der Spätromantik des frühen 20. Jahrhunderts im Wechsel mit volkstümlichen Elementen denken kann. Zur gleichen Zeit stehen auch technische, instrumentale Glanzstücke nach innen gekehrter Meditation gegenüber. Als Folge ergibt sich eine Komposition und Ausführung, die die Aufmerksamkeit des Zuhörers vom Anfang bis zum Ende fesselt.

Conventus – für Klavier solo ähnelt dem Werk eines Bildhauers. Man kann sich durch die Luft fliegende Bruchstücke vorstellen, die mit der Absicht entstanden, musikalischen Raum zu schaffen – jeweils im unteren, mittleren und oberen Register des Klaviers. Moderne Spieltechniken wie Cluster realisieren diesen Effekt, ebenso wie leichte Tendenzen der Minimal Music. Das natürliche und räumliche Element wird noch betont durch andauernde Obertöne, die mit Hilfe des Pedals gehalten werden. Es entstand eine ernsthafte und ausdrucksstarke Komposition voller Phantasie mit gefühlvollen und kraftvollen Ausbrüchen.

Saltatio Mortis – war ursprünglich eine Komposition für Violine, Cembalo und Kammerorchester. Auf der CD findet sich eine Bearbeitung des Werkes für Violine und Klavier. Dieser Totentanz ist gekennzeichnet durch Elemente von Atonalität und besonders durch seinen ostinaten Rhythmus.

Strawinskana – ist eine Komposition für Violine solo. Die Komponistin knüpft mit diesem Stück wieder an Errungenschaften des 20. Jahrhunderts an und lässt sich inspirieren durch Werke von Igor Strawinsky, den Meister des Rhythmus. Eine klare Verknüpfung zu Strawinskys Violinkonzert findet sich schon in den ersten zwei Takten. Dies alles ist für die Komponistin der Ausgangspunkt, um ihre eigenen Ideen zu gestalten und mündet in eine ausdrucksstarke, rhythmisch strukturierte Komposition.

Ein bekanntes Zitat C.P.E. Bachs lautet: „Aus der Seele muss man spielen.“ Man könnte dieses Zitat ein wenig paraphrasieren und zum folgenden Ergebnis kommen: Ewelina Nowicka, eine Musikerin, die aus der Seele spielt und komponiert.
Frans Waltmans
 

EWELINA NOWICKA, geb. 1982 in Danzig, ist eine polnische Geigerin und Komponistin. Seit ihrem 6. Lebensjahr spielt sie Geige. Ihre ersten Erfahrungen auf dem Gebiet der Komposition hat sie im Alter von 8 Jahren gesammelt.

In den Jahren 2001-2007 studierte sie Violine und Musikpädagogik in der Klasse von Prof. Petru Munteanu an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 2009 schloss sie ein Zusatzstudium im Fach Violine an der Hochschule für Künste in Bremen ab und legte anschließend ihr Konzertexamen in der Klasse von Prof. Katrin Scholz ab. Als Solistin erhielt sie mehrere Preise bei nationalen und internationalen Violinwettbewerben, darunter 1996 einen Preis des Hessischen Rundfunks, 1997 den II. Preis beim internationalen Violinwettbewerb in Goch, 2001 den I. Preis beim gesamtpolnischen Wettbewerb der Kammerensembles in Breslau, 2003 den III. Preis beim Elise Meyer Wettbewerb in Hamburg sowie 2008 den III. Preis beim Wettbewerb Moderne Solo-Streicher in Bremen.

Im Alter von 16 Jahren debütierte sie als Solistin mit dem Orchester der Polnisch-Baltischen Philharmonie in Danzig. Darüber hinaus spielte sie mit vielen weiteren Orchestern, darunter dem Lemberger Philharmonieorchester in der Ukraine, dem Polnischen Kammerorchester Amadeus, der Sinfonia Varsovia, dem Nationalen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks, der Jihoceska Komorni Filharmonie in Ceské Budejovice, der Hamburger Klassik Philharmonie, der Orchesterakademie NRW in Düsseldorf und vielen anderen Orchestern.

Ihr Repertoire umfasst Konzerte von Mozart,Paganini,Wieniawski, Tschaikowsky, Glasunov, Strawinsky, Saint-Säens und vielen anderen Komponisten. 2001 hat sie zusammen mit dem Dirigenten Zygmunt Rychert zwei einzigartige, bisher unbekannte Violinkonzerte von Ludomir Rózycki und Ignacy Jan Paderewski entdeckt, die sie als Solistin unter Leitung von Zygmunt Rychert und mit dem Nationalen Rundfunk Sinfonieorchester, der Stettiner Philharmonie sowie der Baltischen Philharmonie uraufgeführt und aufgenommen hat.

Ewelina Nowicka nahm an vielen Meisterkursen renommierter Pädagogen und Musiker teil, wie Wolfgang Marschner, Thomas Brandis, Krzysztof Wegrzyn, Petru Munteanu, Katrin Scholz, Mieczyslaw Lawrynowicz, Herman Krebbers, Krzysztof Jakowicz, Konstanty Andrzej Kulka, Wanda Wilkomirska, Takaya Urakawa.

Bereits seit ihrer Kindheit komponiert sie und nahm seither Unterricht bei vielen namhaften Komponisten, u.a. bei Michael Volpe, Krzysztof Olczak, Stanislaw Moryto, Peter Michael Hamel, Elisabeth Sikora, Helmut Zapf, Eugeniusz Glowski, Matthias Jann, Sebastian Stier, Georg Hajdu, Manfred Stahnke und Helmut Erdmann.

Ihre Kompositionen führt Sie gern selbst auf, meist in Zusammenarbeit mit professionellen Orchestern und Chören. 2008 hat sie den Förderpreis beim Wettbewerb Jugend Komponiert für das Stück Kaddish 1944 für Violine und Klavier gewonnen. Das Stück ist inspiriert durch einen Brief Ihrer Großtante aus dem Ghetto Lódz. Im gleichen Jahr erhielt sie den Bremer Kompositionspreis für das Violinkonzert Concerto ebraico und das Trompetenkonzert Concerto für Amadeo. Im Jahr 2009 erhielt sie den V. Preis des Crossover Composition Award für das Stück Jongleurs für zwei Violinen.
Seit 2010 werden ihre Werke bei Verlag Neue Musik, Berlin publiziert. Durch die Zusammenarbeit des Verlages mit dem Label Kreuzberg Records ist schließlich dieses kompositorische Debütalbum mit Werken für Violine und Klavier entstanden.

Ewelina Nowicka war Stipendiatin des polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski (1999), des polnischen Kulturministers (1999-2001), der Otto-Stöterau-Stiftung (2001-2005) sowie der Oskar und Vera Ritter Stiftung (2009/2010). Neben ihrer solistischen und kompositorischen Tätigkeit unterrichtet sie Violine an Hamburger Musikschulen. Zudem ist sie Mitglied im Deutschen Komponistenverband, der International Alliance for Women in Music sowie der GEDOK Hamburg.

JENNIFER HYMER studierte Klavier an der University of California in Berkeley und am Mills College (Oakland). Ihre Lehrer waren u.a. Julie Steinberg, James Avery, Deno Gianopoulos und Bernhard Wambach. Sie ist sehr an der Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten des Klaviers interessiert und hat sich daher auf das Spiel mit Live- Elektronik und erweiterten Spieltechniken spezialisiert. Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland 1995 gründete sie mit dem Komponisten Georg Hajdu das elektro-akustische Ensemble Wire Works. In den letzten Jahren spielte sie neben einer durch das Goethe-Institut organisierten Lateinamerika-Tournee Konzerte beim Musica Viva Festival in Portugal, der Franz-Liszt-Akademie in Budapest, dem Ought-One Festival in Vermont, der Hamburger Laeiszhalle, am CCRMA der Stanford University, der Interpretation Series in der Merkin Hall in New
York, an der Musikakademie in Tallinn in Estland, dem Bang on a Can Festival, dem Tel Aviv Marathon für zeitgenössische Musik, am Shanghai Conservatory sowie bei zahlreichen Festivals in Deutschland. Zu ihren Klavierprojekten gehören das Multimediaprojekt Handscapes für Klavier, Elektronik und Video, ihr Piano, Toy Piano, Kalimba & Gadgets-Projekt, zu denen international renommierte Komponisten und Komponistinnen Auftragswerke beitrugen sowie ihr neuestes Projekt Kalimba!, für das sie neue Werke für Solo-Kalimba in Auftrag gab. Zahlreiche Stücke von namhaften Komponistinnen und Komponisten wurden ihr und ihrem Ensemble gewidmet, etwa von Alvin Curran, Lukas Ligeti, Hanna Kulenty, Maria de Alvear, Dror Feiler, Manfred Stahnke, Sidney Corbett, Helmut Oehring, Matthias Kaul, Peter Michael Hamel, Reinhard Flender, Annea Lockwood, Sascha Lino Lemke, Frank Corcoran, Chris Brown, Annie Gosfield, Karlheinz Essl, Oliver Schneller und Anthony De Ritis. Ihre Solo-CD Ceci n’est pas un Piano ist bei Ambitus Musikproduktion erhältlich.

MICHAŁ KRĘŻLEWSKI studierte an der Danziger Musikhochschule in der Klavierklasse von Prof. Waldemar Wojtal. Er ist Preisträger mehrerer nationaler und internationaler Klavierwettbewerbe, darunter des Internationalen Pianistenwettbewerbs EPTA in Belgien (2002) und des Paderewski Klavierwettbewerbs in Polen (2003), bei dem er zusätzlich Preise für die beste Interpretation der Werke von J.S. Bach und Paderewski erhielt. Er nahm an verschiedenen Meisterkursen teil, bei Künstlern wie z.B. Bernard Ringeissen, Viera Nosina, Dang Thai Son, John O’Connor und Janusz Olejniczak. Er gab Konzerte als Solist und in Kammermusik- Besetzungen in Polen und anderen Europäischen Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Dänemark. Er spielt Werke aus allen Epochen, von Bach über das deutsche romantische Repertoire bis hin zu zeitgenössischen Komponisten. Seit 2008 arbeitet er an der Hochschule für Musik in Danzig als Korrepetitor.

POLA LAZAR wurde 1982 in Polen geboren. Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie Klavier. Sie studierte an der Musikakademie Danzig und am Flämischen Institut des Königlichen Konservatoriums in Brüssel. Beide Studiengänge schloss sie mit dem Mastertitel ab. Bereits im Alter von acht Jahren gewann sie den Slawischen Wettbewerb im polnischen Dirschau. Beim International Chopin Piano Competition for Young Pianists in Szafarnia, Polen und dem Kiejstut Bacewicz International Chamber Music Competition in Lódz erreichte sie jeweils die Endrunde. Während ihres Studiums an der Musikakademie Danzig gewann sie den Hochschulwettbewerb als beste Instrumentalistin. Ausgezeichnet wurde sie vor allem für ihr musikalisches Ausdrucksvermögen. Mit Originalität, Professionalität, Temperament und Interpretationsgabe überzeugte sie anschließend auch bei zwei Konzerten in der Konzerthalle der Musikakademie und dem Haupttheater Danzig. Bei beiden Konzerten wurde sie für ihre Darbietung von W. A. Mozarts Klavierkonzert in G-Dur, KV 453, unter Leitung von Wieslaw Kwasny gelobt. 2001 schloss sie ihr Studium an der Musikakademie Danzig mit Auszeichnung ab. Beim Galakonzert zur Abschlussfeier spielte sie zusammen mit der Baltischen Philharmonie das Klavierkonzert a-Moll, op. 54 von Robert Schumann. 2011 gewann sie den ersten Preis der International Piano Competition „Antón García Abril“ in Spanien für die beste Interpretation zeitgenössischer Werke. Ihre musikalischen Interessen sind äußerst vielfältig. Sie nimmt regelmäßig an Wettbewerben teil und ist auf Konzerten und Festivals sowohl als Solo- und Kammerpianistin als auch in der Chorbegleitung zu hören. Darüber hinaus organisiert sie internationale Kulturveranstaltungen für Musiker verschiedener Hochschulen. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit der spanischen Kulturorganisation Bell’Arte Europa spielt sie auf Konzerten und Festivals in Siguenza, Spanien. Sie ist Mitbegründerin der Sport for Musicians Association. Für ihre Teilnahme an dem EU-finanzierten Projekt Phare 2003 erhielt sie eine Auszeichnung für Musikmanagement und kulturelle Entwicklung. Als Stipendiatin des Erasmus Programms studierte sie seit 2005 am Flämischen Institut des Königlichen Konservatoriums Brüssel bei renommierten Pädagogen wie Daniel Blumenthal (Klavier), Boyan Vodenitcharov (Improvisation), Bart Bouckaert (zeitgenössische Musik) und Dirk Vermeulen (Kammermusik). Ihr Studium schloss sie im Juni 2008 in der Queen-Elizabeth-Hall mit Rachmaninows zweitem Klavierkonzert ab.
2009 gehörte sie zu den Preisträgern des in Wien veranstalteten 17. Internationalen Wettbewerbs der Perrenoud Foundation, einer Stiftung, die begabte Künstler fördert. Inzwischen hat sie eine CD und eine DVD mit Werken von Mozart und Franck aufgenommen. Pola Lazar zeigt sich offen und interessiert für Werke zeitgenössischer Komponisten. So spielte sie etwa die Uraufführung des Stücks Four Preludes für Klavier von Wojciech Blecharz. Ein weiterer Schritt in ihrer künstlerischen Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit Ewelina Nowicka. Unter dem Namen Nowicka & Lazar Duo spielen beide sowohl Ewelinas Kompositionen als auch Stücke von zum Teil vergessenen Komponisten, wie beim International Jewish Music Festival in Amsterdam im Jahr 2010.

MILENA ANTONIEWICZ nahm ersten Klavierunterricht im Alter von sieben Jahren an der Staatlichen Musikschule Henryk Melcer in Kalisch, Polen. In den Jahren 1994-1998 setzte sie ihre Ausbildung an der Talentschule in Posen bei Prof. Waldemar Andrzejewski fort. Im Jahre 2004 schloss sie ihr Studium an der I. J. Paderewski Musikakademie in Posen in der Klavierklasse von Prof. Jan Janski mit Auszeichnung ab. Parallel dazu schloss sie im Jahre 2004 ein Aufbaustudium im Fach Klavier bei Prof. Stephan Imorde an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock ab. Anschließend absolvierte sie 2006 erfolgreich ein weiteres Aufbaustudium in den Fächern Kammermusik und Liedbegleitung in der Klasse von Prof. Karola Theill an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.Sie nahm an verschiedenen Meisterkursen teil, u.a. bei Andrzej Jasinski, Milosz Magin, Paul Badura- Skoda, Lazar Berman, Rudolf Buchbinder (Stipendium der Stiftung für internationale Meisterkurse für Musik in Zürich), in Liedbegleitung in der Klasse von Prof.Peter Schreier, Christa Ludwig, Klaus Häger, Helena Lazarska und Karola Theill.
Im Jahr 2000 wurde sie zum ersten Mal von Prof. Radoslav Kvapil nach Prag eingeladen, um an einem Projekt zum Gedenken an die Musiker und Komponisten aus Theresienstadt teilzunehmen. In diesem Rahmen begann auch ihre Zusammenarbeit mit Volker Ahmels (Deutschland) und David Sella (Israel). Seitdem ist sie regelmäßig an Projekten wie Verfemte Musik (Jeunesse Musicales Deutschland) und History, Music and Memory (Beit Theresienstadt in Israel) beteiligt. Während des Deutsch-Polnischen Jahres 2005/2006 organisierte sie mithilfe des Kulturprogramms des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe und des polnischen Außenministeriums zusammen mit Anke Zimmermann einen Zyklus von Konzerten von jungen polnischen und deutschen Künstlern. Im Jahr 2007 initiierte sie das Multi Art Festival, ein Kunstfestival der Jugend in Kalisch. Nach der zweiten Aufführung des Festivals wurde der Verband Multi Art mit Milena Antoniewicz als Vorsitzende ins Leben gerufen. Außer dem Festival organisiert der Verband weitere Kulturprojekte und Konzerte. Milena Antoniewicz ist mit ihrem Projekt Dobranoc – Gutenachtgeschichten erste Preisträgerin des Internationalen Interdisziplinären Wettbewerbs in Rostock. Zusammen mit Katrin Burghardt (Sopran) ist sie zweite Preisträgerin des internationalen Wettbewerbs Verfemte Musik in Schwerin 2006, dazu wurde sie durch den Präsidenten der Stadt Kalisch, der ältesten polnischen Stadt, für ihre künstlerischen Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Desweiteren wurde sie für den Preis Eurotalent 2003 des polnischen Fernsehens nominiert. Milena Antoniewicz ist Stipendiatin der Gemeinschaft für Wissenschaft und Kultur in Mittel- und Osteuropa, des Rotary Club Deutschland, des Inner Wheel Club Berlin-Tiergarten und des Yehudi Menuhin Live Music Now e.V. Zwischen 2004 und 2006 erhielt sie ein Stipendium des Ministeriums für Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern für ihr Aufbaustudium in Deutschland. Zurzeit arbeitet sie an der Musikakademie I. J. Paderewski in Posen und an der Staatlichen Musikschule Henryk Melcer in Kalisch. Sie gibt regelmäßig Konzerte in Polen sowie im Ausland und lebt in ihrer Heimatstadt Kalisch zusammen mit ihrem Mann, dem Schauspieler Zbigniew Antoniewicz, und ihrer kleinen Tochter Hanna.

KATHARINA POLIVAEVA
, geb. 1981 in St. Petersburg, erhielt ihre erste musikalische Ausbildung an der Musikfachschule St. Petersburg bei Maria Gerschwin, Rena Gorkovenko und Zora Zucker. Vor dem Studium nahm sie Klavierunterricht bei dem Komponisten und Pädagogen Vladimir Genin in München. In dieser Zeit erspielte sie mehrere Preise der Solo- und Ensemblewertungen beim Wettbewerb Jugend Musiziert und erhielt unter anderem eine Auszeichnung für die beste Wiedergabe eines zeitgenössischen Werkes sowie den Publikumspreis beim Wettbewerb Münchner Klavierpodium der Jugend. In den Jahren 2002-2009 studierte sie Klavier als Hauptfach an der Musikhochschule in Detmold und schloss ihre Ausbildung mit musikpädagogischem und künstlerischem Diplom ab. Während des Studiums zählten Prof. Matitjahu Kellig, Prof. Hartmut Schneider, Prof. Markus Tomas zu ihren Lehrern im Hauptfach; in den Fächern Kammermusik und Liedbegleitung erhielt sie u.a. Unterricht von Mitgliedern des Auryn Quartetts, von Prof. Christoph Redel und von Prof. Mechthild Böhme. Das Hochschulstudium wurde durch Begegnungen und Zusammenarbeit mit Künstlern und Professoren aus Berlin bereichert. In den Jahren 2007-2010 nahm die junge Pianistin an experimentellen und interdisziplinären Projekten wie dem Blind Spot Klang-Festival an der Musikhochschule Hanns Eisler, Urban Traces an der Universität der Künste und der Langen Nacht des Musiktheaters teil. Sie arbeitet viel mit jungen Komponisten und Musikern und ist inzwischen ein gefragter Ansprechpartner für zeitgenössische Musik. So spielte sie u.a. bei der europäischen Erstaufführung des Werkes Iridule von Charles Wuorinen mit. Die Programme mit Werken aus der klassischen Literatur haben ebenso einen festen Platz in ihrem Repertoire wie Kompositionen der Neuen Musik.
Wichtige Erfahrungen verdankt sie der Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Manuel Nawri, dem Oboisten Peter Veale, Prof. Jörg Mainka, dem Ensemble Klangexekutive Berlin, dem Komponisten und Regisseur Julian Klein, dem Flötisten Henrik Wiese sowie dem quirligen Berliner Leben. Katharina Polivaeva trat unter anderem im Gasteig, in der Musikhochschule und im Herkulessaal in München auf, im Residenzsaal in Salzburg, beim Sommertheater in Detmold, in der Musikhochschule Hanns Eisler und im Konzerthaus Berlin sowie in der Landesmusikakademie Sondershausen.

Deutsche Übersetzung: Katarzyna Rogacka-Michels

 

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