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Albrecht Lempp (1953-2012)

Gespeichert von maru am 19. November 2012 - 20:00
19. November 2012 - 20:00

Wir trauern um Dr. Albrecht Lempp, seit 2003 Direktor und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Initiator der Deutsch-Polnischen Medientage. Er verstarb am 19. November 2012.

Sein plötzlicher Tod bestürzt uns zutiefst. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Nächsten.

Vorstand, Rat und Mitarbeiter der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Albrecht Lempp

1953-2012

Am 19. November 2012 verstarb Dr. Albrecht Lempp, einer der bekanntesten Förderer der polnischen Literatur. Er prägte und gestaltete den deutsch-polnischen Dialog der letzten Jahrzehnte.

Dank ihm konnten deutsche Leser eine neue Generation von polnischen Schriftstellern wie Andrzej Stasiuk und Olga Tokarczuk kennenlernen. Er war ein weltoffener und aufgeschlossener Mensch, ein Freund polnischer Schriftsteller, der alle mit seinem Enthusiasmus und Ideenreichtum ansteckte. Die Begegnung mit ihm war eine Inspiration für viele.

Albrecht Lempp war Gründer der Arbeitsgruppe Literatur „Polska 2000“, Ideengeber für das Polnische Buchinstitut und Direktor der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Er übersetzte Bücher von Jerzy Pilch, Stanisław Lem und Anna Bolecka ins Deutsche. Für die Förderung polnischer Literatur im Ausland wurde er mit dem renommierten „Transatlantyk“-Preis ausgezeichnet.

Von Haus aus Sprachwissenschaftler arbeitete er seit 1987 am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt, das von Karl Dedecius gegründet wurde. 1994 übernahm Albrecht Lempp die Leitung des Exekutivsekretariats für den Wiederaufbau der Villa Decius in Krakau, die durch ihn zu ihrem alten Glanz zurückfand.

Seit 1998 war er verantwortlich für die Präsentation Polens auf der weltweit größten Buchmesse in Frankfurt am Main. Damals schrieb die deutsche Presse: Noch nie gab es einen gelungeneren Auftritt eines Gastlandes (FAZ). Zahlreiche Programme, die Albrecht Lempp damals initiierte, werden bis heute durchgeführt.

2001 bis 2003 war er stellvertretender Direktor des Adam-Mickiewicz-Instituts. Er war Ratsmitglied der Stiftung „Haus Europa“ und des Vereins Villa Decius.

Seit 2003 war er geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. 2006 begleitete er die Stiftung in ihr neues Warschauer Gebäude in der ul. Zielna 37; drei Jahre später konnte durch sein Engagement das Berliner Büro eröffnet werden.

Er unterstrich immer die positiven Momente der deutsch-polnischen Beziehungen, so wie im Film „Tschüss DDR!“, als 1989 DDR-Bürger über die Warschauer Deutsche Botschaft den Weg in die Freiheit fanden. Er schätze die Rolle der Journalisten als Botschafter des Dialogs. So initiierte er die Deutsch-Polnischen Medientage und zahlreiche Stipendienprogramme.

Die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen verstand er in ihrem europäischen und internationalen Kontext: zum deutsch-polnischen Austausch lud er Koreaner und Japaner; deutsche und polnische Journalisten zur gemeinsamen Reflexion über Russland.

Unter anderem verdanken wir auch Albrecht Lempp die Gründung des interdisziplinären Zentrums für Polenstudien, welches 2013 an den Universitäten Halle und Jena entstehen wird – ein außergewöhnliches und zukunftsträchtiges Vorhaben für die kommenden Jahrzehnte.

Für alle, die mit ihm zusammengearbeitet haben, war er während seines gesamten beruflichen Lebenswegs, der beste Vorgesetzte, ein fantastischer Kollege. Er respektierte den Standpunkt des Anderen und suchte immer das Verbindende, nicht das Trennende.

Wir haben einen großen Menschen verloren, einen hervorragenden Übersetzer.

Wir haben einen Freund verloren.

http://www.medientage.org/a571,albrecht_lempp_1953_2012_.html

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