Direkt zum Inhalt

Sie sind hier

11.11.2011 - Tag der Unabhängigkeit der Republik Polen

Gespeichert von maru am 23. November 2011 - 8:17
11. November 2011 - 19:00

© Dirk Paßehl & Heidi Peemüller

Der  Tag mit dem Datum 11.11.11, also der 11. November 2011, hat für Deutschland eine besondere Bedeutung: es beginnt die „5. Jahreszeit“, der Karneval. Mit Reden. Mit Musik.  Mit Feiern.

Für Polen ist der 11. 11. ein Nationalfeiertag, und im Jahre 2011 ist es der 93. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Polen – wieder ein Anlass für die in Hamburg lebenden Polen und für die Hamburger, diesen Tag gemeinsam in der Kleinen Laeiszhalle festlich zu begehen.

Auf der linken Seite der Bühne stand eine große weiße Leinwand, darauf schemenhaft projeziert das – mit Buchstaben und Silben ausgefüllte - Portrait des polnischen Dichters und Nobelpreisträgers Czeslaw Milosz. Rechts schmückte ein prächtiges rot-weißes Blumengebinde die Bühne. Das Wappen am Rednerpult zeugte von der historischen Bedeutung dieses Abends. Viel Tradition also.

Die Reden hielten  Andrzej Osiak, der Generalkonsul der Republik Polen in Hamburg, und Dr. Peter Tschentscher, Senator und Präses der Finanzbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Redner stellten die Bedeutung der Kultur in den Vordergrund, die auch in schwierigsten Zeiten  für den Zusammenhalt sorgte und sorgt. Auch die wichtige wirtschaftliche Zusammenarbeit hoben sie hervor. Zudem wurde an den Papst aus Polen, an Johannes Paul II., erinnert. Und unvergessen bleibt das Bild vom Kniefall des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt im Dezember 1970 kurz vor der Unterzeichnung des Warschauers Vertrags.
Doch  die Feier am 11.11 .2011 war vor allem der Literatur und der Musik, genauer gesagt: der Lyrik und dem Jazz gewidmet.

Tönte für deutsche Ohren das polnische Stimmengewirr im Foyer und im Konzertsaal bereits wie Musik, so wurde die Erwartung an das Programm des Festaktes aufs Schönste von den Künstlerinnen und Künstlern dieses Abends erfüllt: es traten auf die Schauspielerin und Rezitatorin Angélique Duvier, die Flötistin Mariola Rutschka, der Pianist  und Komponist Vladyslav Sendecki und der Trompeter Reiner Winterschladen.

Angélique Duvier hatte die Texte aus der von Doreen Daume übersetzten Milosz- Anthologie  „DAS und andere Gedichte“ mit Bedacht ausgewählt  und vorgetragen und die drei Musiker woben um die berührenden, tiefgehenden Worte des Dichters ebenso berührende, tiefgehende Musik. Vladyslav Sendecki, 1955 in Gorlice geboren, ließ seine polnische Seele aus den Fingern in die Tasten fließen, und Melodien von Frédéric Chopin und Joseph Cosma nahm er ebenso mit hinein wie den Blues, den Trompeter Reiner Winterschladen blies. Hell und silbern dazu die Flöten-Töne von Mariola Rutschka.
 
Mancher mochte bedauert haben, dass nach jedem Solo-Beitrag das Publikum die empfindsam gesponnene Textur aus Worten und Noten mit heftigem Klatschen zerriss. Dennoch bleibt die wunderbare Musik in der Erinnerung haften. Und  im Gedächtnis bleibt auch das Bild der Buchstaben und Silben, die - vom Projektor zur Leinwand gesandt, - auch auf dem Hemd von Vladyslav Sendecki  erschienen. Eine bessere Darstellung von Wort und Ton konnte man sich nicht wünschen.

Nach dem Konzert trafen sich die polnischen Gastgeber mit ihren hanseatischen Gästen noch zu einem festlichen Umtrunk und fröhlichem Gespräch im Foyer.  

Marianne Therstappen

 

Premium Drupal Themes by Adaptivethemes